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Berlitz

Reiseblogger Johannes Klaus im Interview

© Johannes Klaus / reisedepeschen.deIn seinem Blog www.reisedepeschen.de berichtet Grimme-Online-Preisträger Johannes Klaus gemeinsam mit anderen Autoren aus allen Ecken der Welt. Mit Berlitz hat er darüber gesprochen, welche Rolle Fremdsprachen auf seinen Reisen spielen und wie er Sprachbarrieren meistert.

Herr Klaus, wie begann es mit dem Reisen und Ihrem Blog? Was treibt sie an?

Mit Anfang Zwanzig, nach dem Zivildienst, ging ich das erste Mal auf eine längere Reise. Dabei erwischte mich dieses chronische Reisefieber, und seitdem hat es mich nicht mehr losgelassen.
Meinen ersten Reiseblog „Reisedepesche" erstellte ich 2010 im Zuge einer großen Reise. Dass ich am Schreiben so viel Spaß haben würde und sich auch eine größere Zahl von Lesern dafür interessieren würde, daran dachte ich damals noch nicht. Mit jedem Tag der Reise entwickelte sich auch der Blog weiter und wurde so ein großer Teil meines Reiselebens.

Wie viele Länder haben Sie schon bereist?

Es dürften mittlerweile so um die siebzig Länder sein.

Dann sprechen Sie sicher sehr viele Sprachen und besitzen eine Menge Wörterbücher?

Ja, Wörterbücher, diese kleinen für die Reise, da habe ich tatsächlich einige. Zum Beispiel eines für Amharisch, der Hauptsprache Äthiopiens. Ich kann noch bis zehn zählen!

Was Sprachen sprechen angeht bin ich leider nicht so gut. Ich spreche gut Englisch und ein paar Brocken Französisch und Spanisch. Ich beneide da sehr einen Freund, der fließend sechs Sprachen spricht. Er kann sich mit fast jedem Menschen unterhalten.

Wie verhält man sich in einem Land, dessen Sprache man nicht spricht und wo auch kein Englisch gesprochen wird?

Nun, ich versuche mir immer zumindest ein paar grundsätzliche Ausdrücke anzueignen: „Hallo, Auf Wiedersehen, Bitte, Danke." Mit diesen Worten zaubert man oft schon ein Lächeln auf das Gesicht des Gesprächspartners - selbst wenn man es ganz falsch ausspricht. Falls möglich lerne ich auch mehr Worte, das kommt darauf an, wie viel Zeit ich in der jeweiligen Gegend verbringe. Manchmal gibt es in einem Land auch so viele unterschiedliche Sprachen, dass es schwer wird. Die wirklich wichtigen Dinge kann man aber immer mit einem Mischmasch aus Zeichensprache, Halbsätzen und Gesichtsausdrücken verständlich machen... sieht sicher lustig aus, aber funktioniert.

© Johannes Klaus / reisdepeschen.de

Was haben Sie bei Verständigungsschwierigkeiten bereits erlebt?

Was mir schon manchmal passiert war, dass ich Stunden mit Fremden verbracht habe, Menschen mit denen ich keine gemeinsame Sprache hatte - zum Beispiel mit einer Familie in der marokkanischen Hammada. Sie hatten mich von der Straße weg zu sich nach Hause eingeladen. Wir saßen zusammen, aßen und tranken und erzählten manches, und obwohl die Worte nicht verstanden wurden, gab es ein merkwürdiges, schwer beschreibbares Verständnis. Ein tolles Erlebnis!

Was darf in Ihrem Reisegepäck auf keinen Fall fehlen?

Reisetagebuch. Fotoapparat. Laptop. Außerdem eine Visa-Karte und je nach Ziel Dollar oder Euro für den Notfall. Man denkt gerne, dass man alle Dinge von daheim mitnehmen muss, aber erstaunlicherweise gibt es in den meisten Ländern auch Läden... :-) Deswegen reise ich so leicht wie möglich - ich hasse schweres Gepäck.

Viele Menschen möchten gerne in bestimmte Länder reisen, trauen sich aber wegen der unbekannten Landessprache nicht. Was würden Sie denen raten?

Es ist toll, wenn man sich mit den Menschen richtig unterhalten kann. Das kann eine Reise auf ein ganz anderes Level heben. Um ein Land bereisen und entdecken zu können, ist es aber nicht notwendig. Gerade bin ich auf Madagaskar, und neben diversen malagassischen Dialekten wird hier auch Französisch gesprochen. Ich kann es nicht gut genug, um Unterhaltungen zu führen, aber die Brocken reichen immer, um mich zurecht zu finden, Essen zu bestellen und ein Hotelzimmer zu finden. Und solche „Sprachbruchstücke" kann man sich immer noch unterwegs mit einem Reisewörterbuch aneignen. Es ist toll, eine Landessprache zu sprechen - aber reisen kann man auch ohne tiefere Kenntnisse sehr gut, vor allem wenn man etwas Englisch spricht. Es ist erstaunlich, wie sich die meisten Situationen lösen, da muss man sich gar nicht so viele Sorgen machen. Mein Rat: Reiseführer und vielleicht ein Reisewörterbuch in die Tasche, und los: Ein Lächeln im Gesicht ist viel wichtiger als eine korrekte Ausdrucksweise!

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